Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Beide Seiten der vorigen Revision Vorhergehende Überarbeitung
Nächste Überarbeitung
Vorhergehende Überarbeitung
ef:kryptographie [2023/08/23 15:36] lehmannref:kryptographie [2023/08/23 17:20] (aktuell) lehmannr
Zeile 19: Zeile 19:
  
 ===== 2. Moderne symmetrische Verfahren ===== ===== 2. Moderne symmetrische Verfahren =====
-In der binär digitalisierten Welt bestehen die zu verschlüsselnden Daten aus einem Datenstrom, der aus lauter Einsern und Nullen besteht. Man unterscheidet grundsätzlich zwei Verfahren: **Stromchiffren** und **Blockchiffren**.+In der binär digitalisierten Welt bestehen die zu verschlüsselnden Daten aus einem Datenstrom, der aus lauter Einsern und Nullen besteht. Man unterscheidet grundsätzlich zwei Verfahren: **Stromchiffren** und **Blockchiffren**. Blockchiffren unterteilen die Meldung in gleich grosse Blöcke (z.B. 32, 64 128 Bit) und verschlüsseln dann jeden Block für sich. **Stromchiffren** chiffrieren einen Datenstrom direkt Bit für mit mit Hilfe von xOr-Verknüpfungen (mit einem nicht endenden Schlüssel und mit Hash-Tricks, damit sie nicht geknackt werden können). Wir werden uns im Folgenden auf **Blockchiffren** konzentrieren.
  
 +==== Feistel-Chiffre (Feistel-Netzwerk) ====
 +Die Feistel-Chiffre ist nicht eine eigentliche Verschlüsselung, sondern ein Prinzip, welches es erlaubt eine Verschlüsselung für einen Block (z.B. für 128 Bit) zu definieren. Dieses Prinzip wurde vom IBM-Mitarbeiter Horst Feisel in den 1970er-Jahren definiert und viele aktuelle Verschlüsselungsverfahren basieren darauf.
  
-Diese ersten Rechenmaschinen funktionierten natürlich rein mechanisch und sie basierten auf dem uns bekannten Zehnersystem.  +In Worten beschrieben läuft eine Runde der Feistel-Chiffre folgendermassen:  
-Obwohl der geniale Mathematiker und Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz bereits 1679 das Binärsystem "erfunden" hatte und zeigte, dass man mit diesem jegliche Zahl darstellen und jede Rechnung durchführen kann, dauerte es sehr lange, bis die Rechenmaschinen auf das Binärsystem setzten. Leibniz selbst hat 1685 eine Rechenmaschine konstruiert, die viel leistungsfähiger war als die Pascaline und die alle vier Grundrechenarten beherrschte.  +  - Der Block wird in zwei gleich grosse Teile zerlegt (L und R) 
-Diese Rechenmaschinen wurden über die Jahrzehnte stetig weiterentwickelt und konnten schliesslich die vier Grundrechenarten, sowie das Wurzelziehen und Quadrieren. +  - Der rechte Teil wird durch eine (beliebige) Verschlüsselungsfunktion F verschlüsselt 
 +  - Der verschlüsselte rechte Teil wird mit dem linken Teil xOr-Verknüpft und wird zum neuen rechten Teil
 +  - Der ursprüngliche rechte Teil wird zum neuen linken Teil
  
-Siehe dir die ersten fünf Minuten [[https://youtu.be/hTXTB8xSyDc|dieses Videos]] anum einen Eindruck davon zu bekommen, wie mit diesen mechanischen Rechenmaschinen umgegangen wurde.+Nun wird der oben beschriebene Ablauf mit einer neuen Verschlüsselungsfunktion wiederholt. 
 + 
 +Das verblüffende bei diesem Feistel-Prinzip ist, dass die Entschlüsselung sehr einfach abläuftman macht genau dasselbewobei man jedoch die Verschlüsselungsfunktionen umkehrt.
  
-<WRAP nicebox green> 
-** Zusatzfrage ** 
-Wie funktioniert der gezeigte Algorithmus von August Toepler zur Berechnung der Wurzel einer Zahl? 
-</WRAP> 
  
-Es dauerte bis ins Jahr 1938 als Konrad Zuse die erste mechanische Rechenmaschine Z1 baute, die auf binären Zahlen basiert. Relativ schnell erkannte Zuse, dass es viel effizienter sein könnte, wenn man die mechanischen Vorgänge durch elektromagnetische ersetzen würde. Er entwickelte die Z3, die als erster Computer gilt. In diesen Pioniertagen wurden für binäre Symbole Relais oder Elektronenröhren eingesetzt. Erst viel später wurden Transistoren verwendet, die heute zu Milliarden in den Computerchips stecken.  
  • ef/kryptographie.1692797800.txt.gz
  • Zuletzt geändert: 2023/08/23 15:36
  • von lehmannr